Seit Februar 2026 sind wir Teil von MetaLin-X – einem österreichisch-deutschen Forschungsprojekt, gefördert durch die FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft). Der volle Titel: *Dataspace-driven & Sovereign Industrial Metaverse*. Klingt sperrig. Die Idee dahinter ist aber ziemlich konkret.
Stellt Euch eine Produktionshalle vor. Dutzende Maschinen, jede erzeugt ständig Daten — Temperaturen, Drehzahlen, Vibrationen, Stückzahlen. Diese Daten liegen heute meistens in der Maschine selbst oder bestenfalls in einem lokalen Netzwerk. Was MetaLin-X will: diese Daten in Echtzeit erfassen, sicher über 5G transportieren und in einem digitalen Zwilling zusammenführen — einem virtuellen Abbild der Fabrik, das live mitläuft.
Was heißt „Industrial Metaverse“?
Nicht das, was man sich unter dem Begriff vielleicht vorstellt. Keine VR-Brillen im Büro und keine virtuellen Meetings mit Avataren.
Industrial Metaverse bedeutet: eine durchgehende digitale Repräsentation der physischen Produktion. Ein Ingenieur kann sich den Zustand einer Maschine anschauen, ohne davorstehen zu müssen. Ein Instandhalter sieht Trends, bevor etwas kaputtgeht. Ein Produktionsleiter hat den Überblick — nicht über Zahlen aus dem letzten Monat, sondern über das, was *gerade jetzt* passiert.
Unser Part
Wir bringen ein, was wir seit Jahren machen: Daten aus Maschinen holen und nutzbar machen.
Konkret arbeiten wir an zwei Themen:
- Maschinenseitige Datenerfassung
Wir bauen die Infrastruktur, die Messdaten direkt an der Maschine erfasst und lokal vorverarbeitet. Das passiert auf sogenannten Edge-Devices — kleinen Industrie-Rechnern, die direkt an der Maschine sitzen. Dort werden die Daten gefiltert, verdichtet und in ein standardisiertes Format gebracht, bevor sie weitergegeben werden. - 5G-Kommunikation für das Metaverse
Echtzeitdaten brauchen einen schnellen, zuverlässigen Transportweg. Dafür integrieren wir 5G-Module in unsere Edge-Architektur. Die Herausforderung: die Daten müssen schnell, sicher und verlustfrei beim digitalen Zwilling ankommen.
Das Konsortium
MetaLin-X ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt — 11 Organisationen aus Forschung und Industrie:
Aus der Wissenschaft haben wir gleich vier Institute der TU Wien an Bord: Pilotfabrik (operative Projektleitung), Fertigungstechnik, Konstruktionswissenschaften und Managementwissenschaften. Ferner die Smartfactory der TU Garz und die LIT Factory der JKU Linz.
Industriepartner sind: Eberle Automatische Systeme** (Konsortialführung), Siemens Österreich, Haidlmair, Posedio, Brinkhaus GmbH.
Warum das wichtig ist
Die Industrie steht vor einem Umbruch. Maschinen werden vernetzter, Datenmengen wachsen, und wer diese Daten nicht in Echtzeit nutzen kann, verliert. Gleichzeitig will niemand seine Produktionsdaten unkontrolliert in irgendeine Cloud schicken. MetaLin-X arbeitet deshalb mit souveränen Datenräumen — die Datenhoheit bleibt beim Unternehmen.
Für uns als kleines Ingenieurbüro ist das ein spannendes Umfeld. Wir bringen Praxiserfahrung aus der Maschinenanbindung mit, und die großen Partner bringen die Infrastruktur und den wissenschaftlichen Rahmen. Eine gute Kombination.
Und jetzt?
Das Projekt läuft bis 2028/2029. In den nächsten Monaten bauen wir erste Prototypen, schließen Maschinen an und
testen die Edge-5G-Kette. Wir werden hier im Blog gelegentlich berichten, wie es vorangeht.
Das Foto oben ist übrigens vom Kick-Off Anfang Februar in Linz. Ein gutes Team, viel Vorfreude — und 2-3 intensive Jahre vor uns.

Foto: MetaLin-X Kick-Off, JKU Linz, 03.02.2026
Jan Brinkhaus ist Geschäftsführer der Brinkhaus GmbH in Isernhagen. Das Team beschäftigt sich seit Jahren mit Edge-Technologie, Datenerfassung an Maschinen, Datenmanagement & Co.
